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Fono Forum
Fünf Fragen Fünf Antworten

Fono Forum Schumann

1. Ein Stück, das Ihnen viel bedeutet, das aber viel zu wenig bekannt ist: Erich Wolfgang Korngolds Streichsextett. Die Quintessenz des Wiener Geistes. Man glaubt, in diesem von einem l8-Jährigen komponierten, wunderschönen Stück hier ur.rd dort Mahler, Berg und Schönberg zu hören. Nichtsdestotrotz eine ganz eigene Welt!
 
2. Ein Stück, das alle/die meisten Kollegen anders spielen als Sie : Franz Schuberts ,,Arpeggione-Sonate". Manche sehen in diesem Werk zwar ein sehr schönes, aber doch sekundäres, "leichtes" Stùck. Für mich ist der langsame Satz richtig tief und existenziell.
 
3. Ein Stück, das Sie nie wieder spielen wollen (aber früher spielen mussten): Guillaume Conessons "Jurassic Trip". In diesem Stück wird mein Mentor und Freund Pierre Boulez ,"humorvoll" (d. h. ziemlich dumm) karikiert. Ich fand es weder lustig noch gut komponiert. Ich bereue bis heute, dass ich mir aus Solidarität mit ciem Festival die Nase zugehalten und es aufgeführt habe.
 
4. Das letzte Hörerlebnis, das Sie umgehauen hat: Bachs "Trauerode" mit dem Monteverdi Chor und The English
Baroque Soloists unter lohn Eliot Gardiner. Einmalige Einheitiichkeit zwischen Wort und Musik. DIE Musik! DAS Leben!

5. Ein Stück, dessen Erfolg Sie nie verstanden haben: Kreneks Streichtrio. Krenek - sonst sehr interessant, hier für
mich völlig unverständlich.
 
Der 49-jährige Cellist mit französischer und kanadischer
Staatsangehörigkeit ist ein Tausendsassa: Er gilt gleichermaßen als Fachmann für Neue wie für Alte Musik, unterrichtet an der Musikhochschule Freiburg und leitet ein Festival in Forcalquier in der Provence.